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Kostbar bis zum letzten Tag Abschied nach 15 Jahren: Pfarrer Manfred Holst verlässt Balhorn und übernimmt Stelle in Marburg
Abschied: Pfarrer Manfred Holst verlässt die SELK-Gemeinden Balhorn und Altenstädt. Foto: Lehmann HNA 23.7.09
Balhorn. Balhorn sei für ihn und seine Familie ein Stück Heimat geworden. "Und Heimat zu verlassen, tut immer weh", sagt Manfred Holst, Pfarrer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde
(SELK). Holst geht nach 15 Jahren und übernimmt in Marburg eine Stelle, wo er für drei kleine Gemeinden
zuständig ist. "Die Zeit ist reif für einen Wechsel", begründet der 48-Jährige seine Entscheidung. Es sei gut
für die Kirchengemeine, zu der auch Altenstädt gehört, "einen neuen Menschen zu erleben" und weg zu
kommen von der Selbstverständlichkeit, die sich einstelle, wenn ein Pfarrer so lange im Ort sei. Gut sei der Wechsel aber auch für ihn selbst - ein Neuanfang, eine Herausforderung, da für die künftig von ihm
betreuten Gemeinden erst einmal ein seelsorgisches Konzept erarbeitet werden müsse. "In Balhorn war die Gemeinde von Anfang an in sich gestaltet, in Marburg muss sich das erst entwickeln." Holst, der neben
seinem Pfarrdienst 2007 an der Uni Kassel seinen Diplom-Abschluss in Supervision mit Schwerpunkt Familienberatung gemacht hat, muss dort erst einmal Vertrauen für die Zusammenarbeit Gemeinde/Pfarrer schaffen.
"Man muss gehen, bevor die Wurzeln zu tief gewachsen sind." Manfred Holst In der SELK-Gemeinde Balhorn/Altenstädt mit zusammen 520 Mitgliedern ("Mit den Kindern sind es 100
mehr") klappt das Zusammenspiel ohne Probleme - kein Wunder nach 15 Jahren. Nicht nur der aus Hannover stammende Holst, der hier nach dem Studium erst ein Jahr als Vikar eingesetzt war, dann fest in
seine erste Pfarrstelle berufen wurde, hat in Balhorn Wurzeln geschlagen. Auch seine Frau Edith und die Kinder Manuel (21), Oliver (18) und Elena (15) fanden Freunde und wurden in die Gemeindearbeit
eingebunden. Deshalb sei in der Familie auch intensiv über den Wechsel diskutiert worden. Nachdem die Entscheidung 2008 für Marburg gefallen war, wurde auch schnell die Gemeinde informiert, die jetzt erst
einmal eine Vakanzvertretung bekommt. Trotz aller Vorfreude auf einen neuen Lebensabschnitt schwingt bei Manfred Holst Wehmut über den
Abschied mit: "Das Leben in der Gemeinde ist für uns etwas Kostbares geworden. Kostbar bis zum letzten
Tag." Und deshalb sei es auch schwer zu gehen. Termin: Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Holst und seine Familie, Sonntag, 25. Juli, 17.30 Uhr, SELK-Kirche Balhorn (Vogelsberg), anschließend "gemütlicher
Sommerabend".
Von Cornelia Lehmann
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