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DER LANDRAT DES LANDKREISES KASSEL
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REGIONALENTWICKLUNG KATASTER
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Wettbewerb „Unser Dorf“ 2002
Bewertungsprotokoll
Gruppe: A
Ort: Naumburg - Altenstädt
1. Allgemeine Entwicklung des Ortes
Das Dorf Altenstädt hat in den letzten Jahren die Chancen der Dorferneuerung genutzt und zahlreiche Projekte
umgesetzt, die der dörflichen Gemeinschaft und Entwicklung zuträglich sind. Hervorzuheben ist hier die Gestaltung
des Dorfplatzes und seines Umfeldes. Hier wird jetzt Infrastruktur für viele Zielgruppen des Ortes (wie z.B.
Backhaus, Bushaltestelle, Versorgungshaus für Festivitäten, ein Spielgelände mit attraktiven Angeboten für Kinder
wie Jugendliche, das Heinrich-Schröder-Haus mit Übernachtungsmöglichkeiten insbesondere für Jugendliche und Kindergruppen) angeboten und von diesen auch alltäglich wie zu Festivitäten genutzt.
Auch die verstärkte Umnutzung von landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden zeigt, dass ein großes Interesse und
Engagement besteht, für das Dorf eine zukunftsträchtige Perspektive zu entwickeln, auch wenn die bauliche Gestaltung bei den umgenutzten Häusern die ehemalige Nutzung zum Teil. nur noch vermuten lässt.
Das Dorf zeigt darüber hinaus einiges (auch bürgerschaftliches) Engagement im Bereich von innovativen Ideen
zur Integration von Kindern und Jugendlichen (z.B. im Bereich des Kindergottesdienstes, selbstverwaltetem Jugendraum) bzw. Senioren, aber auch im landschaftsgestaltenden bzw. ökologischen Bereich (Überlegungen zu
Nistplätze für Fledermäuse oder Anlage von Alleen und Baumpflanzungen). Dabei ist auch daran gedacht, Patenschaften für die Pflege von Grünanlagen und Bäumen zu vergeben.
Außerhalb eines dauerhaft hohen Engagements für die örtlichen Belange ist eine Einbindung des Dorfes in
gesamtgemeindliche bzw. regionale Entwicklungen und Projekte verbesserungswürdig.
2. Bürgerschaftliche Aktivitäten und Selbsthilfeleistungen
Die kulturelle Vielfalt wird von 16 Vereinen gestaltet.
Historisches Brauchtum wird durch verschiedene Vereinsfeste, wie z.B. Fest der Feuerwehr oder Grenzbegang, Osterfeuer usw. gepflegt.
Da diese Feste von allen Vereinen mitgetragen werden, ist der Gemeinschaftssinn sehr groß.
Auch die Privatinitiative einzelner Bürger spiegelt sich in den Eigenleistungen für den Ort wieder. Das
Engagement der Vereine und Bürger beruht ganz sicher auch darauf, dass die Erlöse gemeinsamer Veranstaltungen wieder in die Dorfgemeinschaft zurückfließen.
Neu hinzugekommen ist das Backhaus, welches mit viel Eigenleistungen entstanden ist. Ziel des neuen
Backhausvereines ist es, durch regelmäßiges Brotbacken zu verschiedenen Anlässen das alte Brauchtum dieses Handwerks neu zu beleben. Der neue Dorfplatz ist ein Treffpunkt geworden, der von allen Vereinen und
Einwohnern gern genutzt wird. Auch für die Kinder ist eine Spielfläche geschaffen worden.
Das Angebot an Freizeitaktivitäten für alle Altersklassen ist sehr gut.
Es gibt einen Kindergarten und Spielkreise für zwei - vierjährige (Elterninitiative). An dieser Stelle sollte der
„Lebendige Adventskalender“ nicht unerwähnt bleiben. Der neu angelegte “Naschgarten", der in Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat, den Vereinen und dem Kindergarten umgesetzt wurde, ist besonders hervorzuheben.
Außerdem gibt es einen Jugendraum mit Betreuung durch Jugendpflege und Ortsvorsteher und eine Mehrzweckfläche beim neuen Dorfplatz mit Inlinescaterfläche und Basketballkorb.
Die Jugendarbeit wird vom Posaunenchor, Sportverein, und der Feuerwehr erbracht. Das Kinderturnen sei hier besonders erwähnt.
Beim Eltern-Stamm-Tisch Kindergarten und Eltern - Kind -Treff wird den Eltern die Gelegenheit gegeben, sich auszutauschen.
Der Seniorenbeirat und die Seniorengruppe 50 plus sind zwar noch “junge“ Gruppen, aber aus Altenstädt nicht
mehr wegzudenken. Der Seniorenbeirat mit neun Mitgliedern führt die Organisation der Seniorentreffen in Eigenregie durch.
Das kirchliche Gebäude „Heinrich-Schröder-Haus“ bietet nach dem Umbau und der kombinierten Finanzierung
Nutzungsrechte für alle Bürger von Altenstädt. Besonders hervorzuheben sind hier die kostengünstigen Übernachtungsmöglichkeiten in Schulklassenstärke z.B. für Schüleraustausch, Vereinspartnerschaften aber auch
für Privatbesuche.
Die Grundversorgung ist in Altenstädt zwar noch gegeben, sollte aber nicht verloren gehen.
3. Baugestaltung des Ortes
Das Dorfgemeinschaftshaus mit rotem Satteldach, weißem Fassadenanstrich, gestaltetem Umfeld mit
Ökopflaster für PKW-Stellplätze und Baumpflanzungen passt sich dem Ortsbild am Siedlungsrand gut an.
Schwerpunkt der Dorferneuerung ist die Neugestaltung des Dorfplatzes und die Sanierung der angrenzenden
Fachwerkgebäude mit neuen Dächern und Farbanstrichen, Neubau des Backhauses, größere überdachte Bushaltestelle auf dem Grundriss des ehemaligen Gutshofgebäudes.
Ein Multifunktionsplatz mit angrenzendem Baumhain und Rasenflächen wurde angelegt.
Positiv ist auch die Umnutzung des alten Feuerwehrhauses zum Jugendtreff, zur Zeit wird hier im Dachgeschoss ein Fledermauswinterquartier eingerichtet.
Die Neubaugebiete in ihren unterschiedlichen Entstehungszeiten haben sich dem Ortsbild in Material und Form
(Einfamilienhäuser mit Satteldächern) angepasst. Die Baulücken im Altortsbereich sind fast geschlossen.
Alte Scheunen sind zu Wohnraum umgenutzt. Gewerbebetriebe sind punktuell angesiedelt.
Die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen der Kasseler Straße sind abgeschlossen. Straßenbäume an den Einmündungen von Seitenstraßen tragen zur Verkehrsberuhigung bei.
4. Grüngestaltung des Ortes
Gestaltung, Nutzung und Pflege von Grünflächen im öffentlichen Bereich:
Besonders hervorzuheben ist der im Frühjahr 2002 angelegte Naschgarten im nördlichen Neubaugebiet. Die Idee
und auch die Realisierung sind vorbildlich. Sehr gelungen in seiner Funktion und der Ausstattung ist der Dorfplatz
mit Backhaus und Spielplatz. Auch hier erfolgt die Pflege der Grünflächen über Patenschaften in der Bevölkerung
des Ortes. Der Friedhof ist mit seinem alten Gehölzbestand, teilweise mit Koniferen, ein wichtiger Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt des Dorfes.
Gestaltung, Nutzung und Pflege von Grünflächen im privaten Bereich:
Besonders gelungen in der Bebauung und in der Ausstattung mit Pflanzen ist die „Teichstraße“, hier finden sich
sehr schöne Hausgärten und die Höfe sind fast ausschließlich mit alten oder auch jungen Hofbäumen versehen.
5. Dorf in der Landschaft
Markant in der Altenstädter Gemarkung sind die Pappelbestände am Semmet und entlang des Kabaches. In
Abschnitten des Kabaches wurde begonnen die Pappelbestände durch standortgerechte Erlen zu ersetzen. Lobenswert ist auch die Anlage von Obstbaumreihen aus dem Baumprogramm der Stadt Naumburg. Die
Baumstandorte werden in der Regel mit den Landwirten abgestimmt. Langfristig sollten punktuelle Rückzugsflächen in der Gemarkung geschaffen werden, insbesondere im Anschluss an die Gemarkung zu Balhorn
und Bründersen.
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