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Was sagen uns alte Straßennamen?
Georg Feige hat sich mit dem “Hackelberg” und der Straße “Zur Pforte”
beschäftigt
Hier eine kurze Zusammenfassung von Bernd Ritter des Artikels von Georg Feige aus den „Mitteilungen 1993/04“ - Geschichtsverein Naumburg:
Hackelberg: - der Begriff hat seinen Ursprung in weitester zurück- liegender Zeit - auch das westlich der Balhorner Hochebene gelegene
Alahstat (=Altenstädt) kam um Abwehr- und Verteidigungsmaßnahmen nicht umhin - schützende Einfriedungen um den Ort bestanden oft aus
angepflanzter Weide, die zu einem Verhau und dichten Hecke wurde. - der Begriff „Hagen“ bedeutete „einen in den Wald
gerodeten und mit einem Verhau eingefriedeten, umhegten Ort“ (z.B. Wolfhagen, Freienhagen, etc.) - Hagen war in Frühzeit gleichbedeutend mit „Hain“:
„kleines, lichtes Wäldchen - der Hagen, der zur dauernden Befestigung von z.B. Dörfern angelegt wurde, musste so dicht sein, dass kein
Angreifer mit Pfeil und Bogen, kein Steinwurf sein Ziel erkennen und erreichen konnte. - Neben Weide (elastisches Weichholz) wurde federnde Birke, Erle, Esche und Haselstrauch eingesetzt. Am
geeignetsten war die Hagebuche, Hainbuche. - lebendes Holz hatte den Vorteil einer starken Durchwurzelung, außerdem brannte „grünes Holz“ nicht so leicht;
altes, trockenes Holz musste entfernt werden. - die Sträucher sahen wohl struppig, wie Bürsten aus, deshalb nannte man den Hagen auch Dornbusch oder Gebück
und Hackelzaun bzw. Hackelwerk - ein „Haingericht“ wachte über den Hackelzaun, es wurden Kontrollen durchgeführt und Nachlässigkeiten gerügt;
wer sich am Hackelwerk vergriff, musste mit hohen Strafen rechnen - es musste darauf bedacht sein, dass die letzte Zufluchtsstätte, die Kirche, mit dem stärksten Schutz immerdar
gesichert blieb. Und das war der mit erforderlichem Abstand rund um die Kirche gezogene Hackelberg, von dem sich ein Reststück in der Straße Hackelberg erhalten hat; Foto: Hackelberg früher von der Schmiedegasse aus, Foto undatiert
Zur Pforte: - wie der Name schon sagt, der Durchlas durch die Umzäunung;
- sie befand sich wohl einzig und allein zwischen der Morgen- und der Mittagsseite hinunter zum Mittelbusch
(zwischen Wolfsholz und Hattenhausen) in Richtung Sander Pfad. Nach links führte der Weg weiter am Behrstall
vorbei nach Balhorn, rechts ab auf den Naumburger Weg. War der Graben der Spole schon ein Hinderniss, so
war der Weg zur höher gelegenen Pforte eine weitere Erschwernis Altenstädt bequem zu erreichen;
- die Pforte war nur eine Öffnung des Gebücks, der Einfriedung; sie war durch weitere Sperren und Wachen
gesichert und wurde Tag und Nacht bewacht, dann aber mit einer sperrigen Verriegelung abgeschlossen; - der genaue Standort der Pforte lässt sich nicht mehr feststellen;
Die „Pforte“ und der „Hackelberg“ sind unanfechtbar historischer Boden des ältesten Altenstädt.
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