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Sprachgrenze

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Altenstädt liegt an einer der zwei großen Sprachgrenzen in Deutschland - ist somit sprachliches Grenzgebiet!

Bereits im nur 2 Kilometer entfernten Bründersen spricht man einen völlig anderen Dialekt als in Altenstädt.
Grund: Hinter der Wasserscheide zwischen Eder und Diemel an der ehemals hessisch - sächsischen*) Grenze (frühes Mittelalter), führt gleichzeitig die Sprachgrenze zwischen Mitteldeutsch-Niederdeutsch.
(siehe auch Wikipedia).
Während das Altenstädter “Platt” dem Kasseler, also dem niederhessischem Dialekt entspricht, wird ab Bründersen fast “Englisch” gesprochen (siehe Wikipedia)! Aus “machen” wird dort z.B. “maken”.

Wie sich die Menschen aus Altenstädt und Bründersen wohl früher unterhalten haben?

Weiter unten ist eine Aufstellung von Wörtern, die Martha Knatz gesammelt hat. Wer noch weitere hinzufügen möchte, bitte melden!
*) hat nichts mit dem heutigem Sachsen zu tun, entspricht überwiegend dem heutigen Niedersachsen!

siehe auch HNA-Bericht weiter unten

Hier gibt es eine Übersicht über viele typische Kasselänerische Begriffe, von denen auch viele in “Ahlenstädde” Verwendung finden oder fanden:          Mundart/Kasselänisch

Norddeutsch auf Platz eins
HNA auf Seite “Menschen” vom 18.06.2009
Studie ermittelt die beliebtesten Dialekte - Sächsisch bildet das Schlusslicht
Von Judith Strecker
BERLIN. Die Deutschen lieben ihre Sprache. Und ganze 60 Prozent unserer Landsleute sprechen Dialekt, beweist eine aktuelle Studie des Instituts für Deutsche Sprache von der Uni Mannheim. Besonders unsympathisch finden die 2000 Befragten den sächsischen Dialekt. Demnach hat der Film „Go Trabi Go“ (1990) mit Wolfgang Stumph als sächselndem Deutschlehrer keine Völkerverständigung gebracht. Da bleibt den Sachsen nur noch eins: diggschn (schmollen).

Spitzenreiter bei der Befragung sind der norddeutsche (24 Prozent) und der bayerische (20 Prozent) Dialekt. Die herbe Sprechart der Nordlichter finden die Deutschen am anziehendsten. Was auch kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass die Norddeutschen ihren Allerwertesten liebevoll „Achtern“ nennen und einen Angsthasen mit „Schissbüx“ betiteln. Die Bayern dagegen g’spanna (merken) schnell, dass sie beim Fingerhak’ln (Wettstreit) mit den Norddeutschen diesmal verloren haben.

Wie danne?
Der hessischen Mundart, die sich im Nord- und Südhessischen stark unterscheidet, geht es im nationalen Vergleich jedoch nicht viel besser als der sächsischen. Das Hessische erhält nur 10 Prozent auf der Beliebtheitsskala. Obwohl es sich doch so schön anhört, wenn ein Hesse den anderen morgens in der S-Bahn fragt: „Wie danne?“ (Wie geht es dir?) und sein Gegenüber antwortet: „Muss jo“ (Ganz gut).

Sprachgrenze trennt Dialekte
Doch die Nordhessen haben es auch nicht leicht - schließlich leben sie in einem geteilten Land. Mitten durch den Habichtswald, sogar zwischen einzelnen Ortsteilen verläuft eine Sprachgrenze, die das Mitteldeutsche vom Niederdeutschen trennt. Wissenschaftler sprechen von der Ick-Ich-Linie.

So können sich die Bewohner der Orte Altenstädt und Bründersen gar nicht verstehen, wenn sie miteinander sprechen. Während das Altenstädter Platt dem Kasseler, also dem niederhessischen Dialekt entspricht, wird ab Bründersen fast Englisch gesprochen. Aus „machen“ wird dort plötzlich „maken“. Laut dem Dialektologen Alexander Werth vom Deutschen Sprachatlas in Marburg nimmt Wolfhagen auch eine Sonderstellung an der Sprachgrenze ein: „Der Ort liegt zwar noch in Hessen, gehört sprachlich gesehen aber schon zum Westfälischen. Natürlich sind die Grenzen immer fließend.“

Altenstädter Platt

von Martha Knatz - Altenstädt 2009/10

(Ergänzungen aus anderen Querllen in kursiv)

A

 

Adel

Jauche

Amensen

Amein

Annge

Anacken

anken

klagen, stöhnen

alseweck

dauern, jeden Moment

abstännig

altersschwach

Bilzen

Beule

aaremm

Zuruf zum Gespann nach links

abarrde

besonders

Äärbeln

Erdbeeren

Atzel

ungeduldige, quengelnde Person

 

 

B

 

(das) bizzt

die Wunde brennt

Beezel

böser Junge

buukern

ungeduldig sein

Badritt

tölpelhafter Mensch

bletzen

durch die Tür rein und raus laufen

Billen

runder Hefelaib

buppern

herunterprasseln

Blaase

verantwortungslose Leute

Bulzer

Kater

Bere

Eber

Bilzen

Beule

blättern

verschütten (Getränk)

Bitsche

Peitsche

Biedel

Beutel

bludde

nackt, bloß

Bezzel

Mütze, auch Kopfbedeckung der Frauen bei den Trachten

bewer

über

 

 

D

 

Dappchen

Tußspuren

däddeln

mit kl. Kindern rumspielen

dreiche

trocken

dapper

(tapfer?), selbständig

Dichchel

Tiegel

Dippchen

Töpfchen (Nachttopf)

Dichel

Tiegel

 

 

E

 

Echcher

Eier

Eller

Hebamme

 

 

F

 

Felche od. Filche

Winterfurche

fuckeln

herumhantieren

Frochche

Frau

Flitzbocken

 

firchen

heiraten

 

 

G

 

galpern

schreiende Küken, die ihre Henne verloren haben

greiwe

ranzig

gleiwen

das Brot zu dick beschmieren

galmerich

säuerlich, angesäuert

Ginseln

Gänseküken

gätzen

Huhn, ds ein Ei gelegt hat

Gimmerchen

kleines Schwein

Gischel

Deichsel

Gerschte

Gerste

Groot

Seinplatten vo dem Hauseingang

gespackert

ausgetrocknetes Brot

gebeekelt

Backwerk, zu schwach gebacken

gedispet

unterdrückt

Grelle

Halskette

 

 

H

 

Herwest

Herbst

Heepe

Sichel

Huschel

schlampig arbeitende Frau

Huddich

ulkiges Kind

hulmeren

heulen, weinen

Hust

Strauch, Staude

Hemmewerk

Vorrichtung am Wagen

huckern

in die Hocke gehen

Hinkeln

Küken

Hän-schen

Handschuh

Haabel

alberne Frau

Hau

heulen, weinen

hottem

beim Gespannführen nach rechts

hulmeren

weinen, heulen

hutscheln

langsam und hinkend gehen

 

 

I,J

 

ickern

aufstacheln

Itsche

Frosch, Kröte

iewest

irgend, einigermaßen

ingenutcht

eingeschlummert

Ingerhemmed

Unterhemd

Ingerhose

Unterhose

juggeln

unnötiges rumfahren

Jass

schwere Jauche

 

 

K

 

knauschen

fressen, z.B. Schweine

Kreemchen

kleiner Betrieb

Knoots

kleiner Kerl

krookeln

herumhantieren

kleiner Krauter

Kleinhandwerker

Kläche

schlecht essendes Kind

klächen

im Essen herumstochern

Krelle

Halskette

kätscheln

tratschen

Klunder

Klumpen

Kuhrosen

Pfingstrosen

Krappen

Leiste für Kleider

Keetze

Kiepe (Tragekorb)

Kliwwer

Holzscheit

Krutze

Apfel(-kern)

Kippe

Hosentasche

Kannel

Rinnstein

klängern

schlittern

kraudeln

mit Feuer hantieren, anzünden

Kawe

Spreu

kittelbunte

vorwitzig

Kluchen

(Woll-)Knäul

Kiewe

Kühe

krichel

flink, beweglich, geschickt

Kriemel

Streusel

knärwelen

herummotzen

karjes

übles

knootzen

hantieren, basteln

Knust

Brotkanten

Kiewen

Holztrog zum Schlachten

Kutz

Haarknoten

Klitsche

heruntergekommener Bauernhof

krumbelich

zerknittert

knuppern

knuspern, nagen

Klängerbahne

Rutschbahn

kittelbunte

vorwitzig

knäten

unzufrieden sein, nörgeln

Kepchen

Tasse

Kutzel

verworrenes Haar

Kesper

Kirsche

Kille

Kälte

kruffen

kriechen

 

 

L

 

lupper

Geheimes dringt an die Öffentlichkeit

laddern

herumtreiben

Luche

Luke in der Scheune

luspern

horchen

Lichdorn

Hühnerauge

 

 

M

 

Maschores

leichtfertiger Kerl

murzeln

mit stumpfen Messer schneiden

Muhre

Mauer

Mull

Mund

mähren

nörgeln

 

 

N

 

Nuchefang

neugieriger Mensch

 

 

O

 

Owen

Ofen

Owest

Obst

ocker

bloß, nur

 

 

P

 

puttchen

kränkeln

präkeln

murren, nörgeln

Plietsche

Hautpickel

Pitsche

Pfütze

 

 

Q

 

Quaddel

eitrige Hautbeule

questen

stöhnen

 

 

R

 

Reidel

dicker Knüppel

Riester

Flicken auf dem Schuh

Ränftchen

Rand vom Kuchen

Richchel

Riegel

 

 

S

 

Schlippchen

leichtfertiger Mensch

Schlutte

Getränkekanne fürs Feld

schamber

schlechtes Wetter

n Schmitzchen

kleine Prise

Steiwer

kleiner Junge

Sulper

Pökellake

schoofel

gemein, hinterhältig

Schuttcherde

unansehnliches Federvieh

Stippern

Holzstützen

Schwittje

Lebemann

schappchen

sich jucken

schiere

rein, total

Stitz

Käfig, kleiner Stall

Stuchchen

Wurzelstock

Scheppe

Topf zum Schöpfen

steiwen

stehlen

schrepp

mager, dünn

schnippen

Nase putzen

Stubber

abgekehrter Besen

Scheller

Türriegel

Stifflatz

ungeschickter Mensch

schluppern

zu große Schuhe

schluppern

(die Suppe) schlürfen

Schluppe

Schleife

Schrunge

aufgeplatzte Schwiele

Spennel

Sicherheitsnadel

Stiche Echer

Stiege Eier

Sprienen

Stare

Schooken

verächtlich für Schule

suggeln

saugen

Sebb

Sieb

Stunz

Wanne

schnucken

naschen

schmachten

leiden

Spennel

Sicherheitsnadel

Scherner

Erdklumpen

Spriene

Star

schnicksch

wählerisch

Siche

Milchsieb

Suddel

laues Getränk, trübe Brühe, auch Pfütze

schooren

Kautabak kauen

stiegum

psst, still

Schwären

Furunkel

sippern

tröpfelndes Waser

Strimbe

Strümofe

sooren

herumnörgeln

Schuure

Regenschauer

schuuren

sich unterstellen bei Regen

Scheppe

Topf mit Henkel zum Wasserfüllen

Stupper

abgekehrter Besen

s schicket

er reicht

 

 

T

 

troolen

trödeln (mit schwätzen)

 

 

U

 

Uschbes

drolliges Kind

Ungernannergerkochtes

Eintopf

Ungel

Rinderfett

Umbaden

Unordnung

 

 

V

 

verbaselt

versäumt

verhäddelt

verzogen (Kind)

vermugiert

nicht aufgemuckt

verkriemeln

sich heimlich davonmachen

 

 

W

 

weibeln

schwankend gehen

Wengelade

Luke in der Scheune

 

 

Z

 

zärchen

reizen, ärgern

Zebbel

Frau mit wirren Haaren

Zebbeln

Haare

Zitreenen

Flieder