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Mainzische Gremzbeschreibung des Amtes Naumburg aus dem Jahre 1649 - Gemarkung Altenstädt! ”Ihro Churf. Gn. Grentzen der Dorffschaft
Altenstädtte: Zum ersten stehett ein Wandtstein zwischen dem Mohnschein undt dem Möllenholze, untten auf der Elbe folgen noch drej Wandtsteine biss auf das Schadelooh an dem Monschein hinauß auff die Unterste
Straaße undt gehett von der Unttersten Straaßen untter dem Hoff Schnägelsbach hinaus auff dem Casselischen Pfadt oben auff die Stueben Linde in die Landt Straaße, aus der Landt Straaße den Isther Weg herrunter
zwischen Michaell Ernsts und Heinrich Göbelß ländern untten auff die grundt auff Dittmar Schleussers Wießen hinden auff die Ecke, von der Ecke hinauff biß auff das Balhornsche Linde, an dem Balhornschen Linde
hinauff biß auff die Landwehr, von der Landwehr hinauff auf den Bodden über Jost Löberß Wießen auff die Hecke, von der Hecken an biß auff den Holzapfelbaum, von dem Holzapfelbaum biß auf den Sändischen
Pfadt, der von Altenstätte herkömpt, den Pfadt hinauff biß auff den Naumburger Weg, von dem Naumburger Weg hinauff über den Molckenborn herr von dem Molckenborn biß ahn den Fortt, von untten ahn dem
Wolffesholtze, von dem Fortte die lange Wieße hinauff, von der langen Wießen auff den Elbischen Grabenn bey Michael Ernsts Wießen - undt ißt bey Menschen gedencken keine Grentze gezogen.” (Aus dem Salbuch des Amtes Naumburg 1654 im Staatsarchiv Marburg) Quelle: 1150 Jahre Alahstat - Aldenstede - Altenstädt 831-1981 von Georg Feige (1981)
Gremzbeschreibung zum Grenzbegang am 17.6.1981 Die Gemarkungsgrenze von Altenstädt war in ihrem nördlichen Teil in ältester Zeit Außengrenze,
„Demarkationslinie“ zwischen sächsischem und hessisch-fränkischem Gebiet. Hier entstand eine Grenzzone mit allerlei Mischungen. Sie ist das natürliche Ergebnis des geschichtlichen Ablaufs in dieser Region. In
Bründersen wird mundartlich anders gesprochen als in Altenstädt. Die Gemarkungsgrenze im Norden ist auch gleichzeitig die Wasserscheide zwischen Diemel und Eder. Diese wurde aufgrund der besseren Befahr-
und Begehbarkeit bei Nässe als bester Verkehrsweg zwischen Kassel und Korbach bevorzugt worden. Die nördliche Gemarkungsgrenze läuft parallel zur ehemaligen „Corbacher Straße“: Diese kam von Martinhagen
über die Wüstung Holzkirchen (am Nordende des Lindchen) und führt auf die Ippinghäuser Straße durch das Mühlenholz. Auf diese „Corbacher Straße“ standen zwei hölzerne Wacht- oder Wartturme. Auf dieser
Straße hatte 1545 am Mühlenholz ein Otto Niedt einen Geleitzug überfallen. Er wurde aufgegriffen, nach Kassel gebracht und dort enthauptet. Sein Kopf und der Körper wurden auf ein Rad gelegt und an den Ort
gebracht, wo er den Geleitzug überfallen hatte. Hier wurde das Rad auf einen „Wandstein“ (=Grenzstein) gelegt mit den Worten „damit zu bekrefftigen, das ein sollochs die rechte Lanndtstraß sei“ (mit
anderen Worten: unrechtes wird nicht geduldet). Dieser Grenzstein heißt sein dem „Otto Niedt Stein“. “Der Monschein“ hat mit dem Mond nichts zu tun, kommt vielmehr in der „Mainzer Grenze“ seinen
Wortursprung. Das Lindchen, durch das die östliche Gemarkungsgrenze läuft, war höchstwahrscheinlich in vorchristlicher Zeit in die Kult- und Sakralorte Balahorna und Alahstat einbezogen. Hier haben
wahrscheinlich die Urhessen ihre Toten begraben, worauf die Urnenfelder östlich des Lindchens hinweisen. Die Gemarkungsgrenze südlich des Lindchens muss in irgendeiner Zeit zum Nachteil von Altenstädt
verändert worden sein. In der Spezialbeschreibung des Dorfes Altenstädt vom Jahre 1807 geben die beteiligten Altenstädter Taxatoren beim Grenzbegang zu Protokoll, dass vor 60 Jahren (also um 1747) ihre Grenze vom
Lindchen bei der Landwehr über den Beerstall beim heiligen Stein an das Wolfsholz herab um die Ecke herum geführt habe. Heute wird die Flur Beerstall von der Altenstädter Gemarkungsgrenze nicht mehr berührt.
“Am Sander- und Balhorner Wege“ (Flur 55/56) bzw. „Blätterwiesenweg“ durchfließt die Spöle bis zur Flur 67 „Auf den kleinen Sögen“ die Altenstädter Gemarkung. Die Spöle entspringt nördlich von
Balhorn, sie mündet bei der Wüstung Immenhausen in die Elbe. Südlich der Spöle lag der ehemalige Ort Gershausen (Flur 56-67, im 30jährigen Krieg zerstört), wozu auch der Mittelbusch – früher ein kleiner
Wald zwischen dem Wolfsholz und Hattenausen als Waldinsel – gehört. Die Haltestelle Altenstädt der ehemaligen Kleinbahn Kassel-Naumburg liegt keine 200 m außerhalb der Altenstädter Gemarkung. Mit ihr wird
der tiefste Punkte von Altenstädt erreicht: 290,2 m über dem Meeresspiegel. Es ist stark anzunehmen, dass der mittelalterliche Weg von Altenstädt nach Naumburg hier – an der Spöle entlang – führte. Wie
die „Straße“ damals beschaffen war, ergibt sich aus den Akten über die im Jahre 1594 erhobene Türkensteuer. Die Gemeinden Altenstädt und Altendorf wurden zum Amt nach Naumburg bestellt. Die Altenstädter
kamen mit stundenlanger Verspätung an: Wegen des schlechten Weges seien sie nicht vorwärts gekommen! Nordwestlich der Kleinbahn-Haltestelle lag das Dorf Herberge, das auch schon um 1400 unterging und wüst
wurde. In seiner Nachbarschaft sind Hügelgräber festgestellt worden, die aber von den Flurbesitzern eingeebnet wurden. Von Nordwesten kommt ein kleines Wässerchen: der Semmetbach. Er wurde sicherlich mehrfach
zu kleinen Teichen gestaut, um in ihnen damals noch stark angebauten Flachs längere Zeit wässern zu können. Darauf weist die Flurbezeichnung „Bleichplatz“ (Nr.78) hin. Ebenso die „Flachsröste und
Gänsehute“ (Nr. 81). Im Semmetfelde (Nr. 79) hat man um 1930 versucht, Trinkwasser für Altenstädt zu erschließen. Der Erfolg stand aber in keinem Verhältnis zu den Kosten. Der Schafspfad begrenzt die
Vieh- und Schafshute (Flur Nr. 86), die – weil das Dorf keine eigene oder zu wenig Weidefläche hatte – durch Tausch einem Waldstück in Hattenhausen, Saustall genannt, gewonnen wurde.
Im Mühlenholz liegt der höchste Punkt der Altenstädter Gemarkung: 363,8 m über dem Meeresspiegel. Das Mühlenholz (Flur Nr. 91) teilt sich in das Naumburger und das Altenstädter Mühlholz. Die Altenstädter
Grenze geht bis zur Mondschein-Mühle, berührt sie aber nicht mehr. Von ihr führt sie zur Ippinghäuser (Korbacher) Straße, geht dann am Wald der Flur „Schnegelsbach“ (Nr. 1) entlang und umgeht den Monschein
bis zum trigonometrischen Punkt 304,4. Der Monschein gehört nicht mehr zur Altenstädter Gemarkung. Der Schnegelsbach bezeichnet das Gelände eines ehemaligen Gutshofes. Dieser bestand schon 1579 nicht mehr. Der
Hof, d.h. die Ländereien, waren vom kurfürstlich-erzbischöflichen Amt Naumburg an die Altenstädter Ackermänner (Bauern) vermeiert, d.h. verpachtet.
Quelle: Text zum Grenzbegang 1981 - aus dem Gedenkstein “geborgen” 2006
Gremzbeschreibung aus den Katasterbeschreibungen 1807 “Die Grenze dieses Dorfes nimmt ihren Anfang gegen Abend auf der Gemeindshude, die Semmetstraße genannt, geht auf die Brücke an dem Graben
oder den Schleifmühlen-Pfad hinauf bis vors Mühlenholz, sodann den Schleifgrund hinunter, wo sich ein hoher Stein, der Schneisen- oder Wandstein, befindet, von da bis an die Schleifmühle am Mühlenholze, oder
Mühlenwasser hinauf, am Ende steht ein Wandstein und weiter fort ein hoher Wandstein, worauf es gerade den Schafspfad hinunter bis wieder auf die Semmetstraße oder auf die Brücke bei Johannes Lederhosen Teich.
Von da den Weg hinauf bis an das Ende der Hecke, hinter den Wiesen herunter bis an Hattenhausen, von da den Wassergraben an H(errschaftlichen) Wiesen hinunter bis in die Mitte von Reinhard Ritters Wiese, geht sodann
durch die Wiese und durch die Straße hinter der Zeiners hinauf bis zu den Herberger Wiesen. Hinter diesen Wiesen und etliche Länder läuft ein Graben hinauf und drehet sich um die Wiesen herum bis bei den
sogenannten Herbergenborn, läuft den Naumburger Weg gegen Morgen zu, bis an die sogenannte Siebertsspitze, darüber läuft ein Weg, der Krente Höhe Weg genannt, auf dem Weg fort, oben um Johann Jost Brauns Land
herum, den Weg herunter bis auf die Wiesen, der Suttelsborn genannt, den Weg hinter den Wiesen fort, bis auf den Schleifmühlengraben oder den Pfad unter Conrad Kleinschmidts Land.
Dies alles ist Koppelhude mit Naumburg. Geht weiter unter der Landwehr hinter der Hart an den Wald, das sogenannte Hattenhausen, an Hattenhausen hinauf und finden sich hier mehrere Wandsteine. Geht sodann hinter
Martin Schaefer seiner Wiese fort, bis hinter Joh. Jost Nellen Wiese, durch welche der Pfad nach Elben läuft, als an dem Elbenberger Wald herunter gegen Morgen bis an das Viereckte Triesch an das Wolfsholz, von da
durch die Wiesen bis auf den Weg, am Weg herunter bis auf Johann Jost Hohmans Land vor dem Land her, die Wiesen herunter, bis auf den Blätterwiesenweg. Auf diesem Wege fort bis hinter die Wiesenplätze, oder diese
Kalterplätze genannt, weiter über der sogenanten Steinmetzen Wiesen modo (=jetzt) Johann Jost Schlutz zu, durch bis an den Wullenborn (Mulkenborn?), um den Mulkenborn herum bis auf den über Joh. Derx Ländern,
das sogenannte Stück hinaus, bis auf die Straße, an der Straße fort gegen Morgen bis Jacob Himmelreichs Wiese, die Boden genant, hinter der Zwerhecke der sogenannte Wiese her, von da weiter auf der Anwand hinaus,
gegen Mprgen über Franz Heigst Ländern, die Anwand fort bis an die Landwehr, hinter der Landwehr hinauf zwischen dem Wäldchen, das Linde genannt, durch die Schneise fort, hinter dem Linde, über den Ländern
fort, hinter Martin Hildebrands Wiese her, an Franz Haupts Land hinunter, über der Zwerheide fort, bis an Jacob Himmelreichs Land, sodann durch den Weg durch bis auf den Stubelinden Weg, den Weg hinauf, bis auf die
Straße, gegen Abend gerade fort, wo sich ein Küppel findet, die hölzerne Martha genannt, von da an die Straße auf den Fußweg, gegen der Straße rechts, das Feld durch bis an den sogenannten Brundersen Busche
hinab, bis hinter der Schnägelsbacher Straße, von da auf den Weidenbaum, den Fußpfad fort bis auf die Straße, welche nach Wolfhagen führt. Ferner über die Sraße hinüber, die Bründers Trift hinauf bis an den
sogenannten Mahnschein (sic! = so geschrieben), am Mahnschein wieder her nach Mittag zu, bis das sogenannte Schadeloch gehts so durch, oben findet auf dem Mühlenholz sich ein hoher Wandstein bis an den sogenannten
Stein, von da läufts das Mühlenholz, herunter finden sich mehrere Wandsteine bis gegen Heinrich Klapps Mühle, nach Mittag zu läuft so an den Wiesen fort, bis die Birken oder Naumburger Mühlenholz.” Hinweis
(§2): “Durch das Dorf geht keine Landstraße, aber durch deßen Feldmark oberhalb dem Dorf die ssogenante Korbacher Straße, welche in das Waldecksche führt und für die Gemeinde von keinem Nutzen ist.” Quelle: Geschichtsverein Naumburg, Jahrbuch Band 7 1987
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